Schulterschmerzen behandeln:
Warum die Ursache nicht immer in der Schulter liegt

Autorin:
Veröffentlichung:
Ein Griff ins obere Regal, das Anziehen einer Jacke oder eine unruhige Nacht, weil man nicht mehr auf der gewohnten Seite liegen kann. Erst wenn die Schulter schmerzt, wird uns bewusst, an wie vielen alltäglichen Bewegungen sie beteiligt ist. Manchmal schmerzt das Armheben, manchmal zieht der Schmerz bis in den Oberarm oder macht sich rund um das Schulterblatt bemerkbar.
Wer solche Beschwerden kennt, möchte vor allem eines: dass die Schulter wieder beweglicher wird und der Schmerz nachlässt. Doch bevor wir nach einer Behandlung suchen, lohnt sich eine andere Frage: Muss die Ursache tatsächlich dort liegen, wo wir den Schmerz spüren?
Warum schmerzt die Schulter beim Armheben oder nachts?
Unsere Schulter ist Teil eines komplexen Bewegungssystems. Schultergelenk, Schulterblatt, Muskulatur, Brustkorb und Wirbelsäule arbeiten eng zusammen. Schmerzen können entstehen, wenn beispielsweise Sehnen gereizt sind, Gelenke Veränderungen aufweisen oder die Beweglichkeit eingeschränkt ist. Auch Beschwerden aus der Halswirbelsäule können in die Schulter ausstrahlen.
Nachts werden Schulterschmerzen häufig besonders störend. Der Druck beim Liegen auf der betroffenen Seite kann empfindliche Strukturen reizen. Welche Ursache dahintersteckt, lässt sich jedoch nicht immer allein am Schmerzort erkennen.
Warum kehren Schulterschmerzen manchmal zurück?
Vielleicht haben Physiotherapie, Übungen oder eine Spritze bereits geholfen. Doch nach einiger Zeit sind die Beschwerden wieder da. Das bedeutet nicht, dass die bisherige Behandlung falsch war. Manchmal bestehen Belastungen oder Bewegungsmuster weiter, die Beschwerden begünstigen.
Bei Schmerzen verändert der Körper häufig unbewusst seine Bewegungen. Wir ziehen die Schulter hoch, drehen den Oberkörper oder vermeiden bestimmte Bewegungen. Was zunächst entlastet, kann mit der Zeit auch das Zusammenspiel anderer Körperregionen beeinflussen. Deshalb interessiert mich nicht nur die schmerzende Schulter, sondern auch, wie sich der Körper insgesamt bewegt.
Was haben Nacken, Wirbelsäule und Becken mit der Schulter zu tun?
Unser Körper funktioniert nicht wie eine Sammlung voneinander unabhängiger Einzelteile. Wenn wir den Arm heben, bewegt sich das Schulterblatt mit. Die Wirbelsäule unterstützt die Bewegung, während der Rumpf für Stabilität sorgt. Auch die Haltung und Beweglichkeit des Beckens können beeinflussen, wie wir unseren Oberkörper einsetzen.
Das bedeutet nicht, dass ein schiefes Becken automatisch Schulterschmerzen verursacht. Es zeigt aber, weshalb ein Blick über die Schulter hinaus sinnvoll sein kann.
Wo gelingt Bewegung leicht? Wo entsteht Widerstand? Welche Körperregionen übernehmen möglicherweise zusätzliche Arbeit? Diese Fragen begleiten mich bei meiner Befundaufnahme.
Schulterschmerzen aus Sicht der APM-Therapie
In der APM-Therapie betrachte ich neben der Beweglichkeit und Körperstatik auch die Meridianverläufe und den energetischen Befund. Meridiane sind Leitbahnen aus der traditionellen chinesischen Medizin. Sie tragen die Namen bestimmter Organe und verbinden in diesem Erklärungsmodell verschiedene Körperregionen. Im Bereich von Schulter, Arm und Nacken verlaufen beispielsweise Meridiane, die der Lunge, dem Dickdarm, dem Dünndarm, dem Herzen und der Gallenblase zugeordnet werden.
Besonders interessant finde ich, dass in dieser Betrachtungsweise auch Körperregionen Aufmerksamkeit erhalten, die zunächst weit von der schmerzenden Schulter entfernt liegen. Zeigt sich im energetischen Befund eine Auffälligkeit, frage ich mich, ob sie mit dem individuellen Beschwerdebild zusammenhängen könnte.
Dabei ist mir eine Unterscheidung wichtig: Ein energetischer Befund bedeutet nicht, dass das entsprechend benannte Organ erkrankt ist. Ebenso ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen, dass eine Störung eines Meridians Schulterschmerzen verursacht. Für mich ist diese Betrachtungsweise eine zusätzliche Möglichkeit, den Menschen und seine Beschwerden differenziert wahrzunehmen.
Schulterschmerzen ohne Spritze behandeln
Nicht jede Schulterbeschwerde benötigt eine Spritze oder eine Operation. Je nach Ursache können Physiotherapie, gezielte Bewegung und andere konservative Massnahmen sinnvoll sein. Auch die APM-Therapie kann als ergänzender körpertherapeutischer Ansatz in Betracht gezogen werden.
In meiner Praxis arbeite ich mit sanften Streichungen entlang der Meridianverläufe und mit Techniken, die sich mit der Beweglichkeit und Körperstatik beschäftigen. Dabei werden keine Akupunkturnadeln eingesetzt.
Die Behandlung richtet sich nach dem individuellen Befund und der Reaktion des Körpers. Ob und in welchem Umfang sich Schulterschmerzen dadurch lindern lassen, ist unterschiedlich. Für eine spezifische Wirksamkeit der APM-Therapie bei Schultererkrankungen fehlen bislang ausreichende wissenschaftliche Belege.
Wie läuft eine Behandlung in meiner Praxis in Bottmingen bei Basel ab?
- Am Anfang steht das Gespräch. Seit wann schmerzt die Schulter? Welche Bewegungen fallen schwer? Gab es eine Verletzung oder frühere Behandlungen?
- Anschliessend betrachte ich die Beweglichkeit, die Körperstatik und den energetischen Befund. Dazu gehört in meiner Arbeitsweise auch die Befundaufnahme am Ohr.
- Auf dieser Grundlage stimme ich die Behandlung individuell ab.
Wie viele Sitzungen sinnvoll sind, lässt sich nicht pauschal sagen. Gemeinsam beobachten wir, wie der Körper reagiert und ob weitere Behandlungen angezeigt sind.
Wann sollten Schulterschmerzen ärztlich abgeklärt werden?
Nach einem Unfall, bei plötzlich starken Schmerzen, deutlicher Bewegungseinschränkung, anhaltendem Kribbeln oder Taubheitsgefühl ist eine ärztliche Untersuchung wichtig. Auch zunehmende oder länger bestehende Beschwerden sollten medizinisch beurteilt werden. Treten Schulterschmerzen zusammen mit Brustschmerzen oder Atemnot auf, ist eine sofortige medizinische Abklärung erforderlich.
Die Schulter ist ein guter Anfang
Was mich an meiner Arbeit immer wieder fasziniert, ist das Zusammenspiel unseres Körpers. Bewegungen entstehen nicht isoliert. Verschiedene Strukturen arbeiten zusammen, passen sich an und reagieren auf Belastungen.
Deshalb beginne ich bei Schulterschmerzen selbstverständlich mit der Schulter. Aber ich beschränke meine Betrachtung nicht von vornherein auf diese eine Region. Die Schulter ist ein guter Ort, um mit der Suche zu beginnen. Man muss die Suche dort nicht immer beenden.
Schulterschmerzen aus einer anderen Perspektive betrachten
In meiner Praxis Back in Balance nehme ich mir Zeit, deine Beschwerden und das Zusammenspiel deines Körpers aus Sicht der APM-Therapie zu betrachten.
Möchtest du mehr über meine Arbeitsweise erfahren oder einen Termin vereinbaren?
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Schulterschmerzen
Warum helfen Physiotherapie oder Kortison nicht immer dauerhaft?
Schulterschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben. Eine Behandlung kann Beschwerden lindern, ohne dass alle auslösenden Faktoren behoben sind. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Schmerzen ist eine erneute medizinische Beurteilung sinnvoll.
Kann man Schulterschmerzen ohne Nadeln behandeln?
Ja. Viele Schulterbeschwerden können konservativ behandelt werden. Die APM-Therapie arbeitet ohne Akupunkturnadeln und kann ergänzend in Betracht gezogen werden.
Wie viele APM-Behandlungen brauche ich bei Schulterschmerzen?
Das hängt von den individuellen Beschwerden und ihrem Verlauf ab. Nach der Befundaufnahme und anhand der Reaktion auf die Behandlung lässt sich besser einschätzen, ob weitere Sitzungen sinnvoll erscheinen.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Je nach Zusatzversicherung und Anerkennung der Therapeutin ist eine Kostenbeteiligung möglich. Am besten klärst du dies vorab mit deiner Krankenkasse.
Quellen und fachliche Einordnung
- NHS (National Health Service): Informationen zu möglichen Ursachen von Schulterschmerzen, konservativen Behandlungsmöglichkeiten und Warnzeichen, die eine medizinische Abklärung erfordern.
- Universitätsspital Zürich (USZ): Medizinische Informationen zu unterschiedlichen Ursachen von Gelenkschmerzen, einschliesslich Beschwerden im Schultergelenk, und deren Behandlung.
Die medizinischen Informationen orientieren sich an den genannten Fachquellen. Die Ausführungen zu Meridianen, energetischen Organbezügen und der APM-Befundaufnahme beschreiben die traditionelle therapeutische Sichtweise der Akupunkt-Massage nach Radloff. Diese ist von wissenschaftlich gesicherten medizinischen Erkenntnissen zu unterscheiden.
War dieser Artikel hilfreich? Teile ihn mit anderen:



